2014 und älter

2014 Empfindlich getrübt wurde die Freude im Frühsommer 2014. Trotz aller unserer Bemühungen wurde die Forstfläche des Nachbarn mit dem Totalherbizid Glyphosat behandelt. Leider setzt sich die Ausbringung von Herbiziden im Müncheberger Stadtforst bis heute fort. Unsere Bestrebungen auf der Stadtverordnetenversammlung, zumindest im Amtsblatt, öffentlich darauf hinzuweisen wann Herbizide gesprüht werden, um zum Beispiel Pilzsucherinnen und andere NutzerInnen des Waldes darauf Aufmerksam zu machen in welchen Gebieten gesprüht wurde. Aber auch diese Initiative verlief im Sande.

Kauf der Grundstücke Hoppegarten Der Kauf ist der Grundstücke ist getätigt und die Grundstücke würden ins Grundbuch eingetragen. Damit konnten die Vereinsflächen um 1. ha vergrössert werden. Desweiteren können wir von dem Verkäufer andere, an die Grundstücke angrenzende Flächen (ca. 1 ha), unentgeltlich für unsere Vereinstätigkeiten nutzen.

Offenstallhaltung der Pferde Im Frühjahr wurde ein Unterstand auf der großen Standkoppel gebaut. Jetzt können endlich ein Großteil der Pferde ganzjährig draußen leben. Die Alten, rangniedrigeren und nicht so robustenstehen nach Bedarf, also bei extremen Temperaturen, im Stall. Auch die unterschiedlichen Freßbedürfnisse werden so reguliert. Eine artgerechte Haltung ist garantiert und der Arbeitsaufwand um ein vieles verringert.

Geflügel Um die Haltung zu verbessern wurde ein mobiler Hühnerwagen gebaut. So kann das Geflügel leicht umgekoppelt werden, der Ungezieferdruck wird gemindert und die Ernährung verbessert. Leider wurde im Herbst 2015 der gesamte Hühnerbestand vom Fuchs auf einmal vernichtet. Daraufhin wurden neue, die seltenen Vorwerk-Hühner, angeschafft und nur noch auf der Hauswiese gekoppelt.

28.-30.06.2014: Bildungstreffen Nyéléni
Zusammen mit der Rosa Luxemburg Stiftung organisierte der OLiB-e.V. ein Bildungstreffen über verschiedene aktuellen Themen rund um die Landwirtschaft. Ca. 20 Personen haben daran teilgenommen, die sich selbstversorgt und im Zelt übernachtet haben.
ReferentInnen und Einheiten:

Henrik Maaß: Workshop „Ernährungssouveränität – Herausforderung für die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland und Europa“

Katrina Mckee: Workshop „Von der Nyéléni-Erklärung zur Entstehung einer globalen Protestbewegung“

Paula Gioia: Vortrag “Solidarische Landwirtschaft: theoretische Ansätze und alternative Praxen im Überblick”

KoKo-Treffen Juni 2014: “Das Kommunikations Kollektiv” nutzte unsere Vereinsfläche um seine Jahresklausur abzuhalten. Das KoKo besteht aus einer Handvoll junger und erfahrener Trainer*innen, die sich seit Jahren in verschiedenen Graswurzelinitiativen und sozialen Bewegungen engagieren. Sie setzen sich mit Gruppenprozessen und -phänomenen auseinander und helfen weiteren Gruppen bei
Kommunikations- und Entscheidungsfindungsprozesse.

•Sommerfest
Anlässig unseres 10-jährigen Bestehens wurde ein 5tägiges Jubiläumsfestival veranstaltet. Vorher wurde in der befreundeten Siebdruckwerkstatt Czentrifuga eine Broschüre gestaltet, die die verschiedenen Arbeitsbereiche und Wirkungsfelder des Hofes illustriert. Ausserdem wurde eine Draussenküche gebaut und eingerichtet, in der die vielen Gäste versorgt werden konnten. Das Fest begann Mittwoch Abend und wurde mit einem Vortrag zur Ernährungssouveränität in Syrien eingeleitet.
Am Donnerstag Abend wurde über Landgrabbing in Ostdeutschland informiert und diskutiert. Freitags wurden die Ziele und Handlungsstrategien der Nyéléni Bewegung in Deutschland dargestellt. Zu den Veranstaltungen erschienen interessierte Personen sowohl aus der Region, als auch von weiter weg. Bis Sonntag wurde ein vielfältiges Programm geboten u. a. folgende

Workshops:
– Monsterkürbisse schnitzen und
-Ausstellung alter Kürbissorten im Vereinshaus
– Kürbis-Rezeptaustausch
– Kompostklos bauen
– Vogelscheuchen aus Recycle-Plastik basteln
– Holzrücken mit Kaltblut und Kettensäge.
Kulturelle Beiträge waren z. B. das Theaterstück von Unter-druck e.V. und die Pferdeshow mit nahöstlicher live-Musik.
Der Samstag wurde schließlich von dem Konzert der Dead Plants (GB) und G-punkt Effekt (Berlin) gekrönt. Wir konnten uns über ungefähr 200 Gäste freuen.

Einsatzstelle für FÖJ des Landesjugendrings Brandenburg
2014 wurde der Verein zu einer Einsatzstelle für Menschen, die das Freiwillige Ökologische Jahr leisten wollen. Dafür wurde im Frühjahr 2014 der Landesjugendrings Brandenburg als Träger gewonnen. Die Freiwilligen können in den neuen Räumen des Vereinshauses wohnen und arbeiten in einem selbstgewählten Arbeitsbereich mit. Von Zeit zu Zeit fahren sie auf Seminare, bilden sich theoretisch weiter und berichten dort von ihren Erlebnissen auf dem Hof. Jede/r TeilnehmerIn beschäftigt sich das Jahr über zudem mit einem eigenen Projekt. Dies war im ersten Jahr der Ausbau des Hühnermobils und im zweiten Jahr das Trainieren eines Arbeitspferdes.

Haferernte nach alter Tradition
Ende September machten wir ein Experiment: Hafer mähen mit der Sense. In der Abendsonne wurden die golden glänzende Haferähren mit Freund*innen des Vereins gemäht und aufgehockt. Trotz Schwierigkeiten am Anfang ging es mit der Sense bald wie von selbst von der Hand. Das Getreide fiel, wurde eingesammelt und zu einzelnen Gaben gebunden. Es wurde dann in der Scheune zum Trockenen aufgehängt. Es ist wichtig, dass die Halme und das Korn trocknen, sonst stellt sich schnell Schimmel und übler Geruch ein. Eine Woche später wurden die getrockneten Haferähren per Hand auf einer großen Plane gedroschen und hinterher in Säcke gefüllt. Das war unsere erste Getreideernte nach alter Tradition!

Besuch durch eine Delegationsgruppe der “Stiftung Asienhaus” im Rahmen einer Studienreise
Im Rahmen einer Studienreise einer chinesischen Delegation, die eine Studienbroschüre zu Möglichkeiten und Zielen für eine nachhaltige Landwirtschaft in China erarbeiten wollten, besuchten diese uns am 1.10.2014. Julia Bar-Tal referierte über die derzeitige Situation kleinbäuerlicher Betriebe in Ostdeutschland, die Zusammenhänge zwischen agrarpolitischen Regulierungen und deren Auswirkungen auf die tägliche Arbeit in der Landwirtschaft und den daraus entstehenden Möglichkeiten für Betriebe nachhaltig und mit Einbezug des Erhaltes alter Sorten und traditionellen Methoden zu arbeiten. Sie hat praktische Beispiele gegeben, wie Anbaumethoden und Vermarktung zusammenhängen.

Oliver König hat als Vorstand des Vereins einen Rundgang über die Hofstelle gegeben und Tätigkeiten des Vereins vorgestellt. Für die Gespräche stellte der Verein die Räume und Sitzgelegenheiten zur Verfügung.
Den Mitgliedern des Vereins wurde von den Gästen über die landwirtschaftliche Situation in China berichtet. Über die Erfahrung in Bienenwerder und im ländlichen Raum Deutschlands hat ein Teilnehmer (Hr. Yang Hongyan) zurück in China später viel berichtet. In seiner Präsentation sagte er, „unser Ziel ist es Netzwerke und Wissensaustausch zwischen BäuerInnen aus der EU und China zu etablieren, umeinen Dialog über den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen zu ermöglichen.“

Vereinshaus „Brennerei“ 2014
Im Parterre sind im Herbst von Vereinsmitgliedern zwei Fenster aufgearbeitet worden und anstatt der alten, nicht mehr zu rettenden, eingebaut worden. Im Dach wurde der Dielenboden erneuert und die Elektroinstallation abgeschlossen. Im ersten Stock folgten noch Schreinerarbeiten an der Decke, Putzarbeiten an den Wänden, Elektroinstallationen und für die Erneuerung des Fußbodens wurden die Dielen von einem Vereinsmitglied gespendet. Der alte Schornstein wurde im Sommer während der Maurerarbeiten an den Fenstern (Parterre) abgerissen. Vorbereitet wurde bisher das Fundament für den neuen Schornstein.

Projektvernetzung
Im Dezember fand eine erste Reise zum Uhlenkrug Hof in Mecklenburg-Vorpommern statt, die den fachkundlichen Austausch und die Vernetzung mit ähnlichen Projekten zum Ziel hatte. An dieser ersten Exkursion nahmen vier Vereinsmitglieder teil. Diese Reisen sollten sich in der kommenden Zeit häufen. Zudem konnten wir einem Nachbarbauern helfen, der ins Krankenhaus musste: wir versorgten mehrere Wochen lang seine Rinder und Ziegen.

2013

Das Jahr 2013 war ein sehr turbulentes Jahr…
Das Bienenwerder Luch war 2012 durch die Ausschreibung der Flächen durch die BVVG Spekulationsmasse geworden. Die Offerte des Vereins beim Bieterverfahren war seinerzeit zu niedrig. Ob unsere Landwirtin Julia, die 2012 mit einem Vorkaufsrecht das Bieterverfahren aussetzte und einen Teil der Flächen erwerben konnte, auch dierestlichen Flächen im Sinne einer verträglichen naturnahen Nutzung sichern könnte, war plötzlich  sehr ungewiß.

Die Verhandlungen kamen ins Stocken und ob sie von ihrem Vorkaufsrecht noch rechtzeitigGebrauch machen konnte stand plötzlich auf sehr wackeligen Beinen. Um sie bei ihrem Anliegen zu unterstützen beteiligte sich der Verein an öffentlichkeitswirksamenAktionen beim Verkäufer um ihren Anspruch zu unterstreichen. Schließlich war  Julia dann erfolgreich und konnte die Flächen im November 2013 für eine nachhaltige ökologische Entwicklung im Sinne unseres Vereins erwerben.

Wie wichtig eine ökologische und naturnahe Bewirtschaftung ist, zeigte sich in unserer Nachbarschaft überdeutlich. Der Großteil der ehemaligen Waldflächen des Gutshofes in Bienenwerder die 2011 von der BVVGverkauft worden waren wurden 2012 bis auf das erlaubte Minimum von 40% Restbestandabgeholzt. und sollten ab 2013 wieder aufgeforstet werden.Um die Aufforstung nicht zu gefährden, sollte die jetzt auf den Flächen wuchernde Traubenkirschemit dem Einsatz des Totalherbizids Glyphosat zurückgedrängt werden. Ein Hauptaugenmerk der Vereinsarbeit lag fortan neben der Landwirtschaft auf einer naturnahen Forstwirtschaft und deren Alternativen bei der Pflege von Aufforstungen

Via Campesina in Jakarta
La Via Campesina ist die internationale Bewegung der Kleinbauern und -bäuerinnen. Alle 4 Jahrefindet eine internationale Konferenz statt. Eines unserer Mitglieder durfte uns bei der 6.Internationalen Konferenz von “La Via Campesina” in Jakarta (Indonesien) repräsentieren und sich mit Gleichgesinnten über bäuerliche Traditionen, Techniken, Schwierigkeiten und Erfolge inder modernen Landwirtschaft austauschen.

Die Anfänge der Pferdearbeit Seit 2011 wurden verschiedene landwirtschaftliche Geräte bei anderen Bauern gesammelt, restauriert und die Pferde daran gewöhnt. Zum Einsatz kamen folgende neu zum Lebenerweckte Arbeitsgeräte wie Grubber, Egge, Pflug und Häufler. Zwei Shetlandponys wurden gespendet. Sie wurden trainiert um die Feinarbeit im Gemüsegarten zuerledigen. Angefangen wurde mit Hacke und kleinem Häufler. Der Jüngere der beiden wurdelangsam eingefahren. Ein kleiner Unterstand und ein Paddock für die Shetlandponys wurde erstellt. Unsere Schleswiger Kaltblüter Hermann und Leo rückten, grubberten, häufelten  und pflügten und wir lernten eine Menge von den alten Herren.

“Skandal im Wald” Aufgrund des üblichen Glyphosateinsatzes gegen die Traubenkirsche in den Wäldern Brandenburgs entstand in Zusammenarbeit mit verschieden kleineren und größeren Berühmtheiten aus Berlin, in wochenlanger Planung, zwei intensiven Drehtagen und einer Woche Schnitt ein ca. 15 minütiger Kurzfilm.Dokumentarisch, dennoch mit viel (schwarzen) Humor erzählt der Film eine Geschichte über Glyphosat in unserer direkten Nachbarschaft. Auf mehreren Ebenen und mit künstlerischen Anspruch wurde von den Vereinsmitgliedern und deren Freunden viel Informationsarbeit geleistet und Aufmerksamkeit auf dieses, heute buchstäblich in aller Munde liegenden Problem, zu lenken.

+++Skandal im Wald -Der Film++ https://www.youtube.com/watch?v=O3c5Yuk_dco

Waldrundgang Im Juli 2014 kam ein ausgebildeter Forstwirt und versierter Waldkenner aus dem Kesselbergprojekt, um mit den Mitgliedern bei einer Waldbegehung die alternative, manuelle Bekämpfung der Traubenkirsche zu erläutern. Nach diesem Beispiel wurde in vielen Teilen unseres Waldes angefangen kleine Bäumchen dieses Baumes mit der Hand zu entwurzeln und die grösseren Exemplare auf 80cm Höhe zu Fällen und zu Entlauben.

Landkauf in Bienenwerder Bei der Siebdruck-Gelddruckaktion des “Bienentalers” in Berlin Prenzlauer Berg wurdeInfomaterial über die Verkaufspraktiken der BVVG verteilt und viel Geld gedruckt. Es geht hier um eine ungerechte Landverteilung und ein in die Höheschrauben des Kaufpreises beim Verkauf von Staatlichen Ländereien, die Grosskonzernen mit unökologischen Monokulturen den Weg bereitet und damit eine kleinbäuerliche Weiterentwicklung entscheidend behindert. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe eines Geldkoffers mit 155.000 Bienentalern an die Geschäftsführung der BVVG. Diese Summe hatte der Verein ursprünglich für den Kauf der Flächen der BVVG im Bienenwerder Luch geboten, damals natürlich in Euro.

Workshop Reihe Bündnis Junge Landwirtschaft:

-Perspektiven von ExistenzgründerInnen in der Landwirtschaft vor dem Hintergrund der Bodenvergabe in Ostdeutschland:

Hintergrund des Workshops war bäuerliche Agrarstrukturen und eine nachhaltige, ökologische und soziale Landwirtschaft zu fördern. Die Situation von jungen LandwirtInnen standen dabei im Focus. Inhalt des Workshops war die Analyse und Situationsberichte von jungen LandwirtInnen in der Region. Herausgearbeitet wurden die schwierigen Rahmenbedingungen beim Einstieg z.B. durch sehr hohe Bodenpreise. Dies verdeutlichte die häufig hinderlichen Faktoren initiativ zu werden und eine konkrete Betriebsgründung anzugehen. In verschiedenen Praxisbeispielen von anwesenden BetriebsleiterInnen wurde aufgezeigt, wie es trotz dieser Rahmenbedingungen möglich ist, eine Betriebsgründung, z.B. im Nebenerwerb, anzugehen und sukzessive weiterzuentwickeln.

– Bildung in der Landwirtschaft:

Jungen Menschen einen Einblick in die Landwirtschaft zu geben ist die Grundlage für das Verständnis von Abläufen und Prozessen in der landwirtschaftlichen Praxis. Dies tangiert Themenbereiche wie gesunde und ursprüngliche Lebensmittel, saisonale Verfügbarkeit, regionale Kreisläufe, verantwortungsvoller Umgang mit endlichen Ressourcen wie Boden und Wasser, Verfügbarkeit von Saatgut, Wechselwirkungen und Synergien zwischen Pflanzen- und Tierorganismen. In der Arbeit mit Studierenden und Auszubildenden wurde in einem Workshop mit unterschiedlichen Methoden (Input-Vortrag und Diskussion, Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen sowie in einer Praxisphase die aktive Arbeit im Gartenbau) umgesetzt.

– Betreuung von Infoständen auf Veranstaltungen:

In der Öffentlichkeitsarbeit zu verschiedenen Themengebieten in der Landwirtschaft wurden auf externen Veranstaltungen Infostände betreut und ein Landwirtschafts-Wissens-Test für unterschiedliche Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) durchgeführt.

– Aufbau von Netzwerk mit Kooperationspartnern:

Inhalt war auch die Zusammenarbeit mit Akteuren im landwirtschaftlichen Bereich sowie die Organisation und Beteiligung an Informationsveranstaltungen. Damit sollte auf die Situation von jungen Bäuerinnen und Bauern, insbesondere in Brandenburg, aufmerksam gemacht werden. Zu diesem Zweck wurden im Jahr 2013 verschiedene Veranstaltungen besucht, Gespräche mit politischen Vertretern geführt und in Gremien mitgearbeitet.

Hoffest 2013 Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Herbizideinsatzes auf den Forstflächen unseres Nachbarn, hat der Verein am 31.8. mit einer Infoveranstaltung durch die Stadt Müncheberg auf die Gefahren beim Einsatz von Herbiziden im Wald aufmerksam gemacht. Es nahmen ca. 150 Personen teil.. Im Anschluß fand das jährliche Hoffest statt. Unter den Gästen waren viele Geflüchtete aus dem Heim in Garzau Garzin um mit uns zu feiern. Syrische Köche kochten traditionelles Essen.
Der Film “Skandal im Wald” und eine Dokumentation über den Krieg in Syrien wurden im Kellerdes Vereinshauses aufgeführt. Neben dem Ziegenstall war eine Fotoausstellung Von Julia Bar-Tal zum Thema zu sehen.
Mit einer Jamsession wurde der Abend musikalisch eingeleitet. Danach spielte die türkische Band “Bandista” ein anderthalbstündiges Konzert. Den Abschluss bildeten Gabba Reifenstihl und Coost Lardy Cake mit ihrer Dj-Performance.

Kauf der Grundstücke in Hoppegarten Der Kauf des Vereinshauses und eines Drittels der Hoffläche in Bienenwerder 2b wurde im Frühjahr abgeschlossen und im Grundbuch eingetragen. Im Dezember 2013 ergab sich plötzlich und sehr kurzfristig die Möglichkeit ein Nachbargrundstück, das der Verein vorher schon gepachtet hatte, zu kaufen.
Da Eigenland unsere Vereinszwecke begünstigt, das Angebot sehr günstig und das Geld für den Kauf vorhanden war wurde am 08.12. auf einer Vereinsversammlung der Kauf beschlossen.
Der Kauf wurde getätigt und die Auflassung im Grundbuch beantragt. Damit konnten die Vereinsflächen um 1. ha vergrössert werden. Desweiteren können wir von dem Verkäufer andere,an die Grundstücke angrenzende Flächen (ca. 1 ha), unentgeltlich für unsere Vereinstätigkeiten nutzen.

Vereinshaus „Brennerei“ 2013  Bei der Instandsetzung des Vereinshauses ist inzwischen einiges passiert: Von einem Vereinsmitglied wurden Fenster gespendet die in Eigenleistung eingebaut wurden. Die Mauerarbeiten auf der Vorderseite sind beendet, auf der Hinterseite stehen noch Maurerarbeiten im Parterre an, die aber bis in den Sommer 2014 verschoben sind.
Der Ausbau einer Käseküche (Meierei) wurde mit Installationsarbeiten für Zu- und Abwasser weitergeführt. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt, und bis in die 1. Etage verlegt. Die Dachentlüftung wurde vorbereitet.
Im Frühjahr wurde der Zu- und Abwasseranschluss des Vereinshauses instandgesetzt und die Stränge in das 1. Obergeschoss rekonstruiert. Ein dem Verein nahestehender Gas-
Wasserinstallateur hat dabei mit Vereinsmitgliedern ehrenamtlich ganze Arbeit geleistet.

Besuch einer Delegation aus Lateinamerika und Mitgliedern ihrer Deutschen Partnerorganisationen auf dem Hof Bienenwerder Der „OLiB e.V.“ war am 12.12.2013 Gastgeber für den Ausflug einer Delegation aus Lateinamerika, die in Dörfern Argentiniens und Paraguays Widerstand gegen den Bergbau und die Agrarindustrie leisten. Der Delegation sollte Gelegenheit gegeben werden, sich mit der landwirtschaftlichen Situation in Brandenburg bekannt zu machen. Zusammen mit Bauern und Bäuerinnen aus der Region konnten sich die Südgäste über allgemeinen landwirtschaftlichen Themen austauschen: Sortenvielfalt und Vorzüge alter Nutztierrassen, über lokale Vergleiche von Auswirkungen durch Monokulturen (Brandenburg vor allem Mais, Lateinamerika vor allem Soja), über Zusammenhänge zwischen Tierproduktion in Brandenburg und Tierfuttermittelimport aus Lateinamerika… Der Verein organisierte außerdem auch noch einen Rundgang für die BesucherInnen und berichtete von seinen Erfahrungen. Die Vereinsmitglieder haben nach dem Rundgang und im Austausch mit den ReferentInnen vieles über die Situation in deren Herkunftsländern und zur Arbeit in ihren Organisationen erfahren.

Wasser Die Schilfkläranlage wurde weiter bepflanzt, Muschelkalk unter die Wasserbeschickungsanlage verteilt und die Anlage gewartet.
Der gemauerte Brunnen im Garten wurde von hineingestürzten Randsteinen befreit und durch diese Aktion vertieft, so daß die von einem Vereinsmitglied reparierte Pumpe fortan nicht mehr trocken lief.

 

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Erste Glyphosatdemo in Müncheberg

Am 3.9.2013 schrieb die TAZ:

Waldbewirtschaftung mit Giftspritze

und in der „Niederlausitz Aktuell“

am 05.09.2013 12:53 – Michael Bolz

original Artikel  Anti – Glyphosatdemo

Am 31.8.2013 trafen sich knapp 90 Personen auf dem Marktplatz von Müncheberg. Anlass war die Verwendung des glyphosathaltigen Giftes Round up im Wald von Bienenwerder bei Müncheberg.
Glyphosat ist eine geruchlose, wasserlösliche Substanz, die über grüne Pflanzenteile aufgenommen wird. Die Wirkungsweise von Glyphosat beruht auf der Blockierung eines Enzyms, das für den Aufbau von Eiweißbausteinen existentiell ist. Fehlt dieses Enzym oder funktioniert es nicht, dann kommt es zum Wachstumsstillstand und die Pflanze stirbt ab. Glyphosat wird vor allem von Mikroorganismen im Boden abgebaut.

Das Gift galt lange Zeit als unbedenklich, weil Menschen und Tiere dieses Enzym nicht besitzen . Die Prüfungen im Zuge der Zulassungen überstand das Herbizid bislang problemlos. Eine 2012 angestandene Risikoüberprüfung auf EU-Ebene wurde auf 2015 vertagt. Angesichts vieler Hinweise, dass Glyphosat sich schädigend auf den menschlichen Organismus auswirken kann, ein Skandal.

Wegen der chemischen Ähnlichkeit zum Phosphat wird Glyphosat sehr stark in die entsprechenden Bodenminerale angelagert. Wegen der starken Bodenabsorption wird dieses Gift nur in geringen Konzentrationen in Grundwasserproben nachgewiesen. Dafür wird das Gift über einen längeren Zeitraum abgegeben. Weiterhin wurde die Aufnahme von Glyphosat – auch in geringen Mengen – vom menschlichen Körper noch nicht ausreichend untersucht. Dabei ist zu beachten, dass die Roundup-Lösung auch über die menschliche Haut aufgenommen werden kann.

Bei Studien an Ratten, Hühnern, Kaninchen und Milchziegen zur Vergiftung durch Glyphosat zeigten sich Rückstände im Gewebe, Eiern und der Milch. Speziell bei Wassertieren wurde eine erhöhte Toxizität festgestellt. Glyphosat ist offensichtlich bei Mensch und Tier der Verursacher von Krankheiten wie Krebs und schädigt das Erbgut der Lebewesen.
Der umfangreiche Einsatz von Glyphosat hat zur Entwicklung von resistenten Unkräutern geführt. So wundert es nicht, dass wer Glyphosat sagt auch Gentechnik nennen muss. Es gelang z.B. bei Mais, Soja, Raps, Baumwolle gentechnisch veränderte Pflanzen zu erzeugen, die eine Resistenz gegen Glyphosat haben (Roundup-Ready-Pflanzen). Wenn diese Pflanzen angebaut werden, kann Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auch angewandt werden, wenn die Früchte bereits gereift sind. Es wird somit eine Anwendung wie bei konventionellen Pflanzen nicht nur vor der Aussaat, sondern auch zu späteren Zeitpunkten des Anbaus möglich gemacht.

Als Futtermittel werden in der EU jährlich Millionen Tonnen gentechnisch veränderter Soja verwendet. Futtermittel werden aber viel zu wenig kontrolliert.
Die Auswirkungen des Glyphosateinsatzes zeigen sich am ehesten dort, wo es die intensivste und langfristigste Anwendung gibt, in Südamerika.

In den Zentren des intensiven Sojaanbaus Südamerikas kommt es zu Häufungen von Fehlbildungen und Krebsfällen.(13) Da die Behausungen der Anwohner in der Nähe der Felder liegen, wird in der Bevölkerung eine Verbindung mit dem großflächigen Einsatz von Glyphosat hergestellt. Nach den meistens von Flugzeugen erfolgten Sprühungen werden bei der dortigen Bevölkerung vor allem Symptome wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Schwindelgefühle und das Gefühl der Schwäche beobachtet, was auf die Störung des zentralen Nervensystems hinweist. Haut – und Augenprobleme, Infektionen der Atemwege, Fieber, Magen- und Darmerkrankungen sind die Folge. Die Schädigung des Erbgutes zeigt sich an der hohen Zahl der verkrüppelt geborenen Kinder(1).
Untersuchungen zur Wahrnehmung des Risikos machen deutlich, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei Obst, Gemüse und Getreide von den Verbrauchern auch in Europa als gefährlich eingeschätzt werden.

Neuerdings erwiesen sich als besonders brisant neuere Studien aus Frankreich und Argentinien. Die französischen Wissenschaftler zeigten, dass bereits geringe Mengen von Glyphosat ausreichen, um menschliche Zellkulturen zu verändern. In einer argentinischen Untersuchung führte die Futterzugabe von Glyphosat zu Missbildungen bei Frosch- und Hühnerembryonen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das die Studien für die EU begutachtete, stufte jedoch die Ergebnisse als nicht relevant für die Menschen ein, weil die Durchführung und Bewertung nicht nach international anerkannten Regeln erfolgt sei.
Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat sich der Verbrauch glyphosathaltiger Mittel durch die Lebensmittelerzeuger in den letzten etwa 15 Jahren fast verdoppelt.

Derzeit werden etwa 15.000 Tonnen pro Jahr verspritzt. Besonders problematisch ist das Ausbringen kurz vor der Ernte. Dabei spritzt man Glyphosat und andere Herbizide direkt auf die zu erntenden Pflanzen, wodurch nicht nur die Unkräuter, sondern auch das Getreide, Hülsenfrüchte und Ölsaaten massiv Gift abbekommen. Anschließend müssen in der Regel nur 7 bis 10 Tage bis zur Ernte eingehalten werden. So bekommen wir Glyphosatrückstände frisch auf den Tisch.

Ökotest ließ 2012 20 Proben von in Geschäften erworbenen Getreideprodukten in einem Labor auf Rückstände von Glyphosat untersuchen. „Glyphosat war in fast drei viertel der Produkte nachweisbar. Dabei sind vier von fünf Weizenmehlen, acht von zehn Körnerbrötchen und zwei von fünf Getreideflockenprodukten betroffen. (…) Glyphosat übersteht den Backprozess – auch das war bislang unbekannt. Die Nachweise in den Brötchen zeigen, dass das Herbizid durchaus bei Backtemperaturen stabil bleibt. Insofern sind wahrscheinlich auch Brot, Gebäck und weitere Backwaren mit Glyphosatspuren verunreinigt „(9).

So verwundert es nicht, dass nach einer stichprobenartigen europaweiten Untersuchung festgestellt wurde: “ Sieben von zehn der untersuchten Großstädter in Deutschland hatten das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin“(3).
Woher diese Rückstände des Giftes kommen, muss endlich untersucht werden. Es hat „keiner der von uns untersuchten Stadtbewohner – zum Beispiel in seinem Garten – selbst Glyphosat eingesetzt. Folglich stammen die Belastungen aus Quellen, die der Einzelne nicht zu verantworten hat.“, so die Gentechnikexpertin beim BUND, Heike Moldenhauer (3). Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Dabei ist Glyphosat nicht das einzige Pestizid, dem die Menschen ausgesetzt sind.

Außer in Malta treten Höchstbelastungen ausgerechnet bei den Bewohnern jener Länder auf, die wie Deutschland, Großbritannien, Polen und die Niederlande intensive Landwirtschaft auf Kosten der Umwelt betreiben. Es wird höchste Zeit, den Pestizideinsatz im Agrarsektor deutlich zu reduzieren.“ Es müssen langfristig angelegte Monitoring-Programme für Glyphosat in Lebensmitteln und in der Umwelt gestartet werden. „Dabei müssten auch Importfuttermittel und gentechnisch verändertes Soja erfasst werden. Auf EU-Ebene dürften keine Anbauzulassungen für Glyphosat-resistente Gentech-Pflanzen erteilt werden“(3). Durch die geplante Freihandelszone mit den USA und Kanada wird sich diese unhaltbare Situation noch wesentlich verschärfen.
Zurück zur Demonstration. Nach der Auftaktkundgebung zog die Demonstration durch die Straßen von Müncheberg. Mehrmals wurde für Kundgebungen angehalten und die Bevölkerung über die Gefahren informiert. Viele Müncheberger kamen nicht zu dieser ersten Informationsveranstaltung(6). Die Initiativen von Bewohnern der Stadt müssen koordinierter zusammenarbeiten. Ansatzpunkte gibt es viele. So findet am 15.9.2013 die Fahrraddemonstration „radeln & tadeln“ statt. Sie wendet sich gegen die Expansion der Massentierhaltung in der Region und soll um 12h im Ortsteil Eggersdorf beginnen. Für vielfältige Informationen, Kaffee und Kuchen (auch für Nicht-Radler) wird gesorgt.

1) ANTONIOU, MICHAEL u.A.: Roundup and birth defects: Is the public being kept in the dark? In: http://de.scribd.com/doc/57277946/RoundupandBirthDefectsv5

2) BUND: Glyphosat – Hintergrundpapier. In: www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/130612_gentechnik_bund_glyphosat_urin_hintergrund.pdf

3) BUND: Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. 70 Prozent aller Proben in Deutschland belastet. In: www.bund.net/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/glyphosat-im-urin-von-grossstaedtern-aus-18-europaeischen-staaten-nachgewiesen-70-prozent-aller-pro/

4) BUND: Offener Brief an Ministerin Aigner. In: www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/130618_bund_gentechnik_glyphosat_brief.pdf

5) BUND: Ratgeber Pestizidfreie Kommunen. In: www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/130411_bund_chemie_broschuere_pestizidfreie_kommunen.pdf

6) Demonstration gegen den Einsatz von Glyphosat im Müncheberger Forst (Film). In: http://youtu.be/Fb5JCttSzeY

7) BUND: Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. In: www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/wirkstoffe/glyphosat/

8) Medizinisches Labor Bremen: Determination of Glyphosate residues in human
urine samples from 18 European countries. In: www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/130612_gentechnik_bund_glyphosat_urin_analyse.pdf

9) Ökotest: Glyphosat in Getreideprodukten, 13. Juni 2013. In: www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=11799&gartnr=90&bernr=04

10) Organischer Landbau in Bienenwerder e.V.: Gifteinsatz in unseren Wäldern? In: http://olib-ev.org/

11) Wikipedia: Glyphosat. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat#Verbraucherschutz

12) WILLIAMS, GARY M.: Safety Evaluation and Risk Assessment of the Herbicide Roundup and Its Active Ingredient, Glyphosate, for Humans, 6.12.1999. In: www.ask-force.org/web/HerbizideTol/Williams-Safety-Evaluation-Risk-Assessment-RR-2000.pdf

13) Das stille Gift (Film). In:www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1896330/ZDFzoom-Das-stille-Gift#/beitrag/video/1896330/ZDFzoom-Das-stille-Gift

Bildnachweis: https://wp.cryptix.net/olib/wp-content/uploads/sites/31/2013/08/demo-A.jpg

Demo 31.08  Rückblick !

Es war ein guter Tag, die Wolken standen uns über den Köpfen, es fiel aber erst zum Schluss die ersten Tropfen, und die Bewegung war groß. Der Zug lief ganz friedlich und mit viel Freude durch Müncherberg, neugierige Bewohner beobachten das Geschehen aus ihren Fenster, teilweise überrascht über das bunte Volk was sich vor ihnen bewegte, großes Ansehen bekamen wir vor der Rentnerpension die über unsere Lebensfreunde wahrscheinlich in Nostalgie verfallen sind.

! Hier ein Videoausschnitt von der Demo

Gifteinsatz am Bienenwerder Luch verhindern      

In Bienenwerder/Müncheberg wird ein Gifteinsatz im Wald vorbereitet!
Das Herbizid „Round up“ soll auf ca. 20 Hektar zum Einsatz kommen.

Ziel ist es jegliche Pflanzen zu töten um danach Eichen anzupflanzen.
Die Vorbereitungen in Form maschineller Zerstörung haben begonnen.

Wir, Menschen in Bienenwerder wollen diesen Gifteinsatz verhindern.

Wir bitten um Mithilfe   (kommt vorbei, macht einen Waldspaziergang,ruft den
zuständigen Förster an um euch selbst ein Bild zu machen, fragt bei Firma
Monsanto über die Nebenwirkung von „Round up“nach… )

 

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Hoffest Rückblick !

Wir schätzen das ungefähr 300 Menschen, kommend und gehend, da waren.

Danke an euch alle die gekommen seid um zu sehen und zu erleben !

Danke an Kino Skandal für ihre Ausstrahlungen !

Danke an die Czentrifuga&Co für ihre schöne Drücke !

Danke an  BANDISTA(Türkei) für ihren großartigen Auftritt !

Danke an die Flüchtlinge aus Gazow  für ihre Mithilfe und Kochleistung !